17.11.2014

Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

Immer wieder werden Arzneimittelrückstände im Trinkwasser festgestellt, was ein hohes Umweltgefährdungspotential darstellen kann.

Obwohl immer wieder Arzneimittelrückstände im Trinkwasser gefunden werden, sind regelmäßige Analysen nicht gesetzlich vorgeschrieben. ÖKO-TEST hat nun Trinkwasser aus 69 deutschen Städten auf Gadolinium untersuchen lassen, das über MRT-Kontrastmittel in die Umwelt gelangt - und wurde vielerorts fündig. […] Nachdem die Arzneistoffe ihr Werk verrichtet haben, verschwinden sie nicht einfach, sondern gehen auf große Reise und kommen irgendwann - wenn auch in stark verdünnter Form - wieder beim Verbraucher aus dem Wasserhahn. […] Im Klärwerk werden sie in gewissem Maße abgebaut oder zurückgehalten. Der Rest strömt in den nächsten Fluss. Was dann die Uferfiltration übersteht, landet schließlich im Grundwasser.

[…] Bei vielen Stoffen ist ein erhebliches Umweltgefährdungspotenzial zu vermuten, in einigen Fällen durch Labor- und Freilandexperimente auch nachgewiesen. So können die teilweise in großen Mengen angewendeten Antibiotika die Ausbildung von Resistenzen fördern, die auf den Menschen zurückwirken können. Psychopharmaka, zum Beispiel Mittel gegen Epilepsie wie Carbamazepin, können nervengiftig wirken oder Verhaltensänderungen bei Wasserorganismen hervorrufen. Sexualhormone können in den Hormonhaushalt eingreifen und damit Fortpflanzung und Fortpflanzungsorgane beeinträchtigen. […] Experten rechnen damit, dass in den nächsten Jahren noch mehr Arzneimittel nachgewiesen werden. […]

Quelle: Öko-Test Online

Top